Reisebericht

Kategorie: Fachtext - Flightandtrip

05 | Reisebericht

 

Kolumbien

 

Mit knapp acht Millionen Einwohnern bietet Bogata als Hauptstadt Kolumbiens einen bunten Mix aus lateinamerikanischer Lebensfreude und internationalem Flair. Hier habe ich meine dreiwöchige Reise begonnen. Da sich die für Touristen interessanten Viertel vor allem im östlichen Rand der Stadt befinden, buchte ich von Deutschland aus ein gemütliches Hotel innerhalb der berühmten Altstadt. Der Bezirk Candelaria wurde 1538 gegründet und gilt heute als historischer Kern der südamerikanischen Metropole. Hier befinden sich auch das weltberühmte Goldmuseeum, Museo del Oro, und das Museo Botero, gestiftet vom gleichnamigen weltberühmten Maler.

 

Am ersten Tag musste ich mich an die Höhenluft gewöhnen. Bogota ist von einer Bergkette umschlossen und liegt im Mittel auf ca. 2900 Metern über dem Meeresspiegel. Als dritthöchst gelegene Hauptstadt der Welt sollte sich der Besucher also zunächst an das Klima gewöhnen. Die steilen Straßen machen es dem Ankömmling nicht gerade einfacher, es ist ratsam, alles ein bisschen langsamer zu unternehmen.

 

Wer sich gemütlich auf das bunte Treiben der Stadt einlässt, wird daran schnell Freude finden. Bogota gilt zu Recht als Kulturhochburg und Bildungszentrum des Landes. Obwohl ich mich vorab ausführlich informiert hatte, war ich doch sehr beeindruckt von der Vielfalt der Angebote. Für Liebhaber von Kunst und Kultur ist diese Stadt auf jeden Fall zu empfehlen. Für Reisende mit knappem Budget möchte ich erwähnen, dass am Sonntag fast alle Museen für Besucher kostenlos oder für sehr kleine Eintrittsgelder die Türen öffnen. Die Kolumbianer nehmen dieses Angebot sehr gerne an und viele sind mit der kompletten Familie unterwegs. Von den Kleinsten bis zu den Großeltern - alle ziehen ihre schönsten Kleider an, besuchen die Museen und flanieren durch die gut gefüllten Straßen.

 

Wer Freude an einem lebendigen Stadtleben hat, sollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Überall bieten Straßenhändler ihre bunten Waren an, an jeder Ecke gibt es Essen und es lässt sich so allerlei Spektakuläres erleben. Ich habe mich z. B. dazu hinreißen lassen, bei einem Meerschweinchenrennen zu wetten. Leider hat meine Nummer 7 nicht gewonnen, es war aber ein herrliches Vergnügen. Zwei Museen sollten Sie auf jeden Fall besuchen. Das Goldmuseum, Museo del Oro, ist weltberühmt für seine riesige Sammlung präkolumbischer Ausstellungsstücke. Eine Reise durch 2500 Jahre Zeitgeschichte zeigt unterschiedliche Exemplare aus Gold, die nach Themen und Regionen geordnet sind. Ich war sehr beeindruckt von der Handwerkskunst und der Pracht der verschiedensten Arbeiten. Der Künstler Botero liegt mir besonders am Herzen. Das wunderschöne Museo Botero kann täglich kostenlos besichtigt werden und so nutzte ich die Chance und bin an verschiedenen Tagen mehrfach durch die Ausstellung flaniert.

 

Von Bogota reiste ich mit dem Flugzeug weiter nach Pereira. Die wunderschöne Kaffeeregion des Umlandes stand klar im Vordergrund. Der Besuch auf einer Kaffeefarm zählt zu den schönsten Erlebnissen. Auf steilen immergrünen Hängen werden die Kaffeepflanzen zwischen Bananenstauden gehegt und gepflegt. Davon, dass der kolumbianische Kaffee zu den besten Sorten der Welt gehört, konnte ich mich gleich selbst überzeugen. Der 80jährige alte Farmbesitzer Carlos röstete die getrockneten Bohnen direkt vor meiner Nase. Der Geruch war verführerisch und der Kaffee schmeckte köstlich. Zwei Wochen unternahm ich geführte Wanderungen im Hochland, genoss die Flora und Fauna, selten bin ich dabei anderen Menschen begegnet. Als Naturliebhaberin konnte ich mich an der Ruhe, der guten Luft und den satten Farben der Wälder erfreuen. Die Bewohner der kleinen Bergorte, wie z. B. Salento, sind Besuchern aus Europa gegenüber sehr aufgeschlossen und freuen sich über die langsam zunehmende Anzahl von Touristen. Souvinierliebhaber kommen noch auf ihre Kosten. Viele Stücke sind handgearbeitet und werden fair gehandelt.

 

Kolumbien ist auf jeden Fall eine Reise wert, sie sollte aber gut vorbereitet werden. Es ist ratsam, sich nach den aktuellen internationalen Reiseempfehlungen zu orientieren und das Thema Sicherheit ernst zu nehmen.

 

Wortzahl: 608 | Stilanforderung: informativ, auf eigenen Erfahrungen beruhend | vollständig abgebildet

 

ELLEN MARQUARDT | TEXTERIN BLOG